Junger Hypnotiseur streckt die Handflächen nach vorne.

Wie sich therapeutische von Showhypnose unterscheidet

Das Wort Hypnose leitet sich vom altgriechischen Wort "Hypnos" ab, das Schlaf bedeutet. Als Hypnose bezeichnet man einen teilweisen, künstlich eingeleiteten Schlaf, als dessen Folge ein veränderter Bewusstseinszustand auftritt. Dieser Zustand wird als hypnotische Trance bezeichnet. Hypnose war bereits in der Antike bekannt und wurde dort als eine Art Showhypnose zu religiösen Zwecken verwendet. Auch heute noch ist Showhypnose zu Unterhaltungszwecken immer wieder populär. Im Gegensatz zur Showhypnose werden hypnotische Techniken aber auch in der Medizin eingesetzt.

Showhypnose – alles nur gespielt?

Seit Jahrzehnten finden Hypnose-Shows großen Zuspruch beim Publikum. In der Regel sind die Veranstaltungen gut besucht, wenn nicht sogar ausgebucht. Der Hypnotiseur ist oft wie ein Magier gekleidet und wählt aus dem Publikum eine Anzahl von Kandidaten aus, an denen er seine Showhypnose demonstriert. Er macht sie scheinbar willenlos, lässt sie Zitronen wie Äpfel essen, auf allen Vieren über die Bühne galoppieren und dabei bellen oder wiehern oder versetzt sie in einen kataleptischen Zustand, in dem er dann den berühmten Stuhl-Trick vorführt. Der Proband ruht mit Kopf und Schultern auf einem Stuhl, die Füße auf einem anderen. Der Körper dazwischen ist steif wie ein Brett.

In der Tat ist bei einer Showhypnose mancher Trick nur gespielt. Dabei braucht der Hypnotiseur noch nicht einmal Leute im Publikum zu platzieren, die den Hypnotisand (hypnotisierte Person) spielen. So manch ein Kandidat auf der Bühne tut nur so, als ob er hypnotisiert wäre, weil er sich vor dem Publikum nicht blamieren möchte. In einigen Fällen kann die Trance bei einer Showhypnose aber auch echt sein. Das Geheimnis dafür besteht in einer geschickten Auswahl der Kandidaten durch den Hypnotiseur. Zu Beginn der Showhypnose lässt er das Publikum "zur Erwärmung" einige kleine Übungen verrichten. Dabei beobachtet er die Leute aufmerksam und erkennt, welche sich wahrscheinlich besonders leicht hypnotisieren lassen. Die wählt er dann gezielt für seine Showhypnose aus.

Gefahren durch Showhypnose

Bei den Aktionen, zu denen die Probanden vom Hypnotiseur gezwungen werden, kommt es immer mal wieder zu Verletzungen. Beim Stuhl-Trick erlitten Menschen schon Schäden an der Wirbelsäule. Andere wurden durch bestimmte Vorgänge während der Bühnenshow an traumatische Ereignisse aus ihrem Leben erinnert und benötigten anschließend psychologische Betreuung. Der Bühnen-Hypnotiseur ist auf derartige Dinge nicht vorbereitet, weil er keinerlei hypnotische Ausbildung besitzt. Davon abgesehen, ist es demütigend und entwürdigend, sich in der Öffentlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes zum Affen zu machen. Dadurch können psychische Schäden entstehen.

Deswegen ist in Ländern wie Großbritannien, Österreich und Schweden Showhypnose auch verboten. So ein Verbot gibt es in Deutschland nicht, Showhypnose wird aber von Medizinern immer wieder heftig kritisiert. Ähnlich heftig wie die Showhypnose wird auch die hypnotische Regression kritisiert. Dabei wird der Kandidat in Trance versetzt und angeblich in ein früheres Leben zurückversetzt. Bis jetzt hielt jedoch noch keine einzige der Regressionen einer wissenschaftlichen Überprüfung stand.

Hypnose in der Medizin

Sie wird Hypnotherapie genannt und ihre Wirksamkeit ist gut belegt. Ihr Einsatz in der Medizin und der Psychotherapie ist von den Krankenkassen anerkannt und gesetzlich geregelt. Die Hypnose München, Berlin und anderen deutschen Städten wird durch Hypnotherapeuten angeboten. Das ist ein anerkannter Beruf, während eine Showhypnose von jedermann, auch ohne Ausbildung, durchgeführt werden kann. Dagegen verfügt ein Hypnotherapeut über eine abgeschlossene Berufsausbildung und praktiziert auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. Sein Ziel ist es, ein Vertrauensverhältnis zum Patienten herzustellen und ihm zu helfen, seine Erkrankungen mit Hilfe von Hypnose zu heilen.

Mit Hypnose in der Medizin werden eine ganze Reihe von Erkrankungen erfolgreich behandelt. Dazu gehören unter anderem:

  • Suchterkrankungen
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Sprachstörungen
  • Linderung chronischer Schmerzen

Darüber hinaus wird Hypnose auch zum Stressabbau, für schmerzarme Geburten und zur Bekämpfung von Ängsten und Phobien erfolgreich eingesetzt. Dazu zählen unter anderem Flugangst, Prüfungsangst oder Zahnarztphobie.

Zusammenfassung

Showhypnose und therapeutische Hypnose unterscheiden sich wie Tag und Nacht. Die Showhypnose dient einzig und allein zu Unterhaltungszwecken. Mit den vorgeführten Effekten soll das Publikum begeistert und verblüfft werden. Dabei wird jedoch häufig die Würde der Kandidaten verletzt.

Die therapeutische Hypnose hat dagegen das Ziel, den Patienten zu heilen und sein Leben zu verbessern. Mit Hilfe der Hypnose hört der Patient beispielsweise mit dem Rauchen auf, verliert Gewicht oder besiegt seine Flugangst. Im Gegensatz zur Showhypnose, für deren Ausübung keinerlei Ausbildung notwendig ist, wird Hypnose in der Medizin von Therapeuten und Heilpraktikern angeboten, die in das Unterbewusstsein des Klienten gelangen und durch positive Suggestionen schlechte Verhaltensmuster auflösen können.

Hypnose als therapeutische Maßnahme hat nur bei aktiver Mitwirkung des Patienten Erfolg. Im Gegensatz zur Showhypnose gelten bei der medizinischen Hypnose strenge ethische Grundsätze und die Würde des Patienten wird nicht verletzt, sondern im Gegenteil sogar noch gestärkt. Durch eine therapeutische Hypnose konnten schon viele Patienten von Krankheiten geheilt werden, bei denen andere Methoden nicht so erfolgreich waren.

Bildnachweis: © DedMityay – stock.adobe.com

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