Mit Selbsthypnose können Sie eigenständig an Verhaltensmustern, Ängsten oder kleineren Blockaden arbeiten. Die Selbsthypnose umfasst dabei eine Vielzahl von Techniken aus der Hypnosetherapie, die Sie selbst als Selbsthilfe anwenden, etwa indem Sie sich selbst in einen tranceartigen Zustand versetzen oder eine Anleitung, Audio-Datei oder ein Buch als Unterstützung nutzen.
Wie funktioniert Selbsthypnose?
Selbsthypnose folgt demselben Grundprinzip wie eine therapeutisch begleitete Hypnose: Über gezielte Entspannung und Fokussierung gelangen Sie in einen Trancezustand, in dem das Unterbewusstsein empfänglicher für neue Denk- und Verhaltensmuster ist. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass niemand Sie durch den Prozess führt, Sie geben sich die Suggestionen selbst oder folgen einer Aufnahme.
Das kann bei alltäglichen Themen wie Entspannung, kleineren Gewohnheiten oder Prüfungsnervosität gut funktionieren. Bei tiefer verwurzelten Themen fehlt jedoch oft die Erfahrung, um herauszufinden, woran es hakt, wenn es nicht auf Anhieb klappt, genau hier kommen die folgenden Gründe ins Spiel.
Warum Selbsthypnose manchmal nicht wirkt
Viele Menschen sammeln neben positiven auch enttäuschende Erfahrungen mit Selbsthypnose. Das hat meist nachvollziehbare Gründe.
Zweifel an der Wirksamkeit
Hypnose ist in hohem Maße Kopfsache. Hält das eigene Unterbewusstsein die Methode für wirkungslos, fällt es entsprechend schwer, sich wirklich darauf einzulassen. Das bedeutet nicht, dass Selbsthypnose grundsätzlich nicht funktioniert, aber wie bei vielen Dingen im Leben braucht es eine gewisse Offenheit, mit Kopf und Herz dabei zu sein. Sich fallen lassen zu können, ist einer der wichtigsten Faktoren, um tief genug ins Unterbewusstsein vorzudringen.
Unrealistische Erwartungen
Wer sofortige, dramatische Veränderungen erwartet, wird von Selbsthypnose oft enttäuscht. Bleibt die erhoffte Besserung nach der ersten Anwendung aus, halten viele die Methode vorschnell für wirkungslos und geben auf, bevor sich überhaupt eine Wirkung entfalten konnte.
Falsch formulierte Suggestionen
Suggestionen sind die inneren Botschaften, die im Unterbewusstsein wiederholt werden, bis sich ein Verhalten oder eine Wahrnehmung verändert. Damit sie wirken, sollten sie bestimmten Grundregeln folgen:
- Positiv formuliert, ohne Verneinungen wie „nicht“ oder „kein“
- In der Gegenwartsform, so als wäre das Ziel bereits erreicht
- Mit „Ich“ beginnend
- Möglichst kurz und konkret
- Auf ein klares Ziel ausgerichtet
Ein Beispiel: Statt „Ich esse keine Süßigkeiten mehr“ eignet sich die Formulierung „Ich ernähre mich gesund und ausgewogen“ deutlich besser.
Unpassende Anleitungen aus dem Internet
Nicht jede frei verfügbare Selbsthypnose-Anleitung passt zu jedem Anliegen. Da Selbsthypnose am besten wirkt, wenn sie auf die individuelle Situation zugeschnitten ist, bringt das starre Befolgen eines generischen Plans oft wenig. Maßgeschneiderte Formulierungen und Bilder erzielen in der Regel bessere Ergebnisse als Vorlagen von der Stange.
Tieferliegende, unverarbeitete Themen
Stehen Ängste, Süchte, depressive Verstimmungen oder andere Belastungen im Zusammenhang mit einem verdrängten Erlebnis aus der Vergangenheit, stößt Selbsthypnose schnell an ihre Grenzen. Eine ausgebildete Hypnosetherapeutin kann gezielter an das Unterbewusstsein herangehen und dabei helfen, solche tieferliegenden Ursachen zu bearbeiten.
Selbsthypnose oder professionelle Hypnotherapie?
Selbsthypnose eignet sich gut als Einstieg, zur Unterstützung im Alltag oder für überschaubare Anliegen. Bei tiefer verwurzelten oder komplexeren Themen ist eine begleitete Hypnosetherapie in der Regel die zuverlässigere Wahl, eine ausgebildete Therapeutin kann individuell auf Ihre Situation eingehen, statt sich auf allgemeine Anleitungen zu verlassen. Beides schließt sich nicht aus: Viele meiner Klientinnen und Klienten nutzen Selbsthypnose-Techniken zusätzlich zwischen den Sitzungen, um das Erreichte zu festigen.
Um das Potenzial der Hypnose voll auszuschöpfen, lohnt sich bei anhaltenden Schwierigkeiten der Schritt zu einer begleiteten Hypnosetherapie mit einer erfahrenen Therapeutin. Wie andere diesen Weg erlebt haben, lesen Sie in unseren Erfahrungsberichten, einen Eindruck von meiner Arbeitsweise vermitteln auch die Bewertungen meiner Klientinnen und Klienten.
Wenn auch Sie Ihre Themen mit einer Hypnosetherapie angehen möchten, egal ob Hypnose bei Panikattacken, Hypnose bei Zwangsstörung oder das Ziel, durch Hypnose abzunehmen, dann kontaktieren Sie mich gerne. Ich freue mich darauf, Ihnen zu mehr Lebensqualität zu verhelfen.
Weitere Artikel rund um Hypnose finden Sie in unserem Blog.
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Kann jeder Selbsthypnose lernen?
Grundsätzlich ja. Wie gut sie gelingt, hängt unter anderem von Vorstellungskraft, Konzentrationsfähigkeit und der Bereitschaft ab, sich auf den Prozess einzulassen.
Wie lange dauert es, bis Selbsthypnose wirkt?
Das ist individuell unterschiedlich. Manche spüren schon nach wenigen Anwendungen eine Veränderung, bei anderen Themen braucht es mehr Übung und Geduld.
Ist Selbsthypnose gefährlich?
Selbsthypnose gilt als sehr sicher, da Sie selbst die Kontrolle behalten. Mehr zu Sicherheit und möglichen Kontraindikationen lesen Sie in unserem Artikel Ist Hypnose gefährlich?
Woher weiß ich, ob meine Suggestionen richtig formuliert sind?
Achten Sie auf die oben genannten Grundregeln: positiv, in der Gegenwartsform, mit „Ich“ beginnend, kurz und zielgerichtet. Wenn Sie unsicher sind, kann eine Hypnosetherapeutin die passenden Formulierungen gemeinsam mit Ihnen erarbeiten.
Wann sollte ich statt Selbsthypnose lieber professionelle Hilfe suchen?
Wenn Selbsthypnose über längere Zeit keine Wirkung zeigt, wenn tieferliegende Themen wie Ängste, Süchte oder verdrängte Erlebnisse eine Rolle spielen, oder wenn Sie sich bei der Anwendung unsicher fühlen, ist eine begleitete Hypnosetherapie der bessere Weg.