Was sind Angstgefühle und Phobien?
Jeder Mensch kennt Ängste. Diese Empfindungen sind ein natürlicher Teil des Menschen und wurden von der Natur als biologisches Alarmsignal eingerichtet. Auch wenn Angst ein unangenehmes Gefühl ist, ist sie lebensnotwendig, sie erfüllt eine Schutzfunktion. Auf bestimmte Umweltreize reagieren wir von Natur aus mit Angst, etwa auf Schlangen, Höhe, Dunkelheit oder Spinnen. Ängste sind dabei nicht nur biologisch bestimmt, sondern werden zusätzlich sozial vermittelt oder durch kulturelle Einflüsse geformt.
Phobien sind krankhafte Angstgefühle bei bestimmten Dingen oder Situationen. Jede Phobie beginnt zunächst als Angstgefühl in normalem Maße, bis dieses durch andere Faktoren verstärkt wird und sich eine krankhafte Angst entwickelt.
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| Phobie | Angst vor… |
|---|---|
| Soziale Phobie | Menschen und sozialen Situationen |
| Arachnophobie | Spinnen |
| Aerophobie | dem Fliegen (Flugangst) |
| Akrophobie | Höhe |
| Nyktophobie | der Dunkelheit |
| Klaustrophobie | engen Räumen |
| Hypochondrie | ernsthaften Erkrankungen |
| Mysophobie | Ansteckung mit Krankheiten (Keimen) |
| Dentophobie | dem Zahnarzt |
| Autophobie | dem Alleinsein |
| Agoraphobie | offenen Plätzen oder Menschenmengen |
| Iatrophobie (Arztphobie) | Ärzten und medizinischen Behandlungen |
Diese Liste ist nicht abschließend, es gibt noch deutlich mehr benannte Phobien, meist abgeleitet aus dem Griechischen oder Lateinischen. Gemeinsam ist ihnen allen, dass Betroffene versuchen, die gefürchteten Dinge oder Situationen zu meiden. Menschen mit einer sozialen Phobie meiden mitunter Veranstaltungen oder sogar das Einkaufen, Menschen mit krankhafter Angst vor dem Zahnarzt lassen sich nicht behandeln, selbst bei starken Zahnschmerzen. Phobien können Betroffene im Alltag so stark einschränken, dass die Lebensqualität spürbar leidet.
Akute Erscheinungsformen
Angstgefühle werden häufig von körperlichen Symptomen begleitet, etwa:
- Herzrasen
- Schweißausbruch
- Stottern
- Weinen
- Atemnot
- Ohnmacht
Wie entstehen Phobien?
Eine Phobie ist eine erlernte Angst. Dafür gibt es meist nicht nur eine einzige Ursache, sondern verschiedene Gründe, die in unterschiedlicher Gewichtung zusammenwirken. Überforderung und ungelöste Konflikte begünstigen es, dass wir in bestimmten Situationen mit krankhaften Angstgefühlen reagieren. Diese Faktoren, zusammen mit wiederholter Konfrontation mit dem gefürchteten Objekt oder der gefürchteten Situation, lassen aus normalen Angstgefühlen eine Phobie entstehen.
Eine neutrale Situation kann aufgrund negativer Lebenserfahrungen ungünstig bewertet werden und so krankhafte Angstzustände hervorrufen, man spricht dabei auch von Konditionierung.
Beispiele zur Entstehung
Jemand hat beispielsweise eine Phobie vor engen, dunklen Räumen. Das kann darauf zurückgehen, dass die Person als Kind eine schlechte Erfahrung damit gemacht hat, etwa als sie versehentlich für Stunden in einem kleinen, dunklen Keller eingesperrt war, nichts sehen konnte, sich hilflos fühlte und trotz Weinen und Schreien nicht bemerkt wurde. Die Angst wirkte unterbewusst weiter und entwickelte sich zu einer Phobie.
Ein anderes Beispiel: Eine von Natur aus schüchterne Person wird in der Schule gemobbt und beschämenden Situationen ausgesetzt. Aus diesem belastenden Erlebnis heraus entwickelt die Person Angst davor, dass ihr das erneut widerfahren könnte. Die Angst verfestigt sich und kann bis zur sozialen Isolation führen.
Was kann man gegen Phobien unternehmen?
Um die Ursachen herauszufinden und die krankhaften Angstgefühle zu überwinden, eignet sich eine Hypnosetherapie sehr gut. Sie ist eine medizinisch anerkannte Therapieform, die verdrängte Erlebnisse aus dem Unterbewusstsein ins Bewusstsein holt und so hilft, den Auslöser für die Phobie besser zu verstehen. Gemeinsam wird versucht, die belastende Erfahrung zu verarbeiten und besser damit umzugehen. Durch Suggestionen, die ebenfalls das Unterbewusstsein ansprechen, können sich krankhafte Verhaltensmuster mit der Zeit auflösen. Da Phobien erlernte Angstgefühle sind, lassen sie sich mit der passenden Unterstützung auch wieder verlernen.
Wie andere diesen Weg erlebt haben, lesen Sie in unseren Erfahrungsberichten.
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Weitere Artikel rund um Hypnose finden Sie in unserem Blog.
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Wie viele Phobien gibt es?
Es gibt mehrere Hundert benannte Phobien, von weit verbreiteten wie der Sozialen Phobie oder Arachnophobie bis zu sehr seltenen, sehr spezifischen Ängsten. Die Fachbegriffe leiten sich meist aus dem Griechischen oder Lateinischen ab.
Was ist der Unterschied zwischen Angst und Phobie?
Angst ist eine natürliche, oft sinnvolle Reaktion auf eine reale oder wahrgenommene Bedrohung. Eine Phobie ist eine krankhaft übersteigerte, meist unbegründete Angst vor einem bestimmten Objekt oder einer bestimmten Situation, die den Alltag einschränkt.
Verschwinden Phobien von allein?
Manche leichteren Ängste können sich mit der Zeit abschwächen, ausgeprägte Phobien bleiben ohne gezielte Bearbeitung jedoch häufig bestehen oder verstärken sich sogar durch fortgesetztes Vermeidungsverhalten.
Welche Phobie ist am weitesten verbreitet?
Zu den am häufigsten diagnostizierten Phobien zählen die Soziale Phobie, Arachnophobie und spezifische Phobien wie Flugangst oder Höhenangst.
Kann Hypnose bei jeder Phobie helfen?
Bei den meisten spezifischen Phobien ist Hypnose eine wirksame Methode, da sie direkt an den unbewussten Ursachen ansetzt. Bei komplexen oder mit anderen psychischen Erkrankungen verbundenen Ängsten sollte vorab eine fachliche Abklärung erfolgen.