Warum haben Menschen Flugangst?
Flugangst hat selten einen einzigen Auslöser. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen:
- Kontrollverlust: Das Gefühl, einer Situation hilflos ausgeliefert zu sein. Man kann nicht „anhalten“ oder aussteigen.
- Enge: Die Kabine kann Beklemmung verstärken.
- Höhe: Das Wissen, in großer Höhe zu sein.
- Turbulenzen: Jedes Wackeln wird als Bedrohung gedeutet.
- Medienberichte: Berichte über Abstürze prägen sich ein, obwohl Fliegen als sehr sicheres Verkehrsmittel gilt.
- Belastende Erlebnisse: Ein besonders unruhiger Flug oder eine Notsituation.
Die meisten Betroffenen wissen, dass Fliegen sicher ist. Trotzdem reagiert der Körper mit Alarm. Angstreaktionen werden stark von emotionalen Hirnregionen wie der Amygdala beeinflusst, und die lassen sich von Statistiken nur wenig beeindrucken.
Welche Behandlung empfiehlt die Leitlinie?
Die deutsche S3-Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen empfiehlt bei spezifischen Phobien eine Expositionstherapie, also die schrittweise, begleitete Konfrontation mit der gefürchteten Situation. Bei Flugangst kann zusätzlich eine Expositionstherapie in virtueller Realität angeboten werden, wenn sie verfügbar ist. Bei starker Flugangst lohnt sich deshalb auch ein Gespräch mit einer Verhaltenstherapeutin oder einem Verhaltenstherapeuten. Hypnose kann diese Behandlung ergänzen, sie ersetzt sie nicht.
Wichtig bei Beruhigungsmitteln: Nehmen Sie diese nur nach Rücksprache mit einem Arzt ein.
Wie Hypnose bei Flugangst unterstützen kann
Hypnose erreicht eine Ebene, die rationalen Argumenten oft verschlossen bleibt: das emotionale Erleben. Ein möglicher Ablauf:
- Vorgespräch und Angstanalyse: Was genau löst die Angst aus? Wann hat sie begonnen? Wir lernen den Hypnosezustand in einer ersten leichten Trance kennen und bauen einen „sicheren Ort“ auf.
- Therapeutische Arbeit: Falls ein auslösendes Erlebnis bekannt ist, kann es in der Trance emotional neu bewertet werden. Bei der Vorstellungsübung durchleben Sie einen Flug in Gedanken, vom Einchecken über den Start bis zur Landung, verbunden mit Entspannung statt Angst. Gefühle von Sicherheit und Gelassenheit werden als Ressource verankert.
- Selbsthypnose und Vorbereitung: Sie lernen eine kurze Technik für den Alltag und für den Flug. Den nächsten Flug können Sie gedanklich „proben“.
Wie viele Sitzungen sinnvoll sind, hängt von Ihrer Situation ab und wird individuell besprochen.
Selbsthypnose-Übung für den Flug
Diese Kurzübung können Sie ausprobieren, wenn die Angst aufsteigt:
- Schließen Sie die Augen und legen Sie die Hände auf Ihre Oberschenkel.
- Atmen Sie ruhig durch die Nase ein und länger durch den Mund aus, zum Beispiel 4 Sekunden ein und 6 Sekunden aus. Wiederholen Sie das einige Male. Wird Ihnen schwindelig, atmen Sie wieder normal.
- Stellen Sie sich einen sicheren Ort vor, den Sie in der Therapie erarbeitet haben oder der Ihnen vertraut ist.
- Sagen Sie sich innerlich: „Ich bin sicher. Mein Körper entspannt sich. Ich reise zu meinem Ziel.“
- Wenn Sie in der Therapie einen „Anker“ erarbeitet haben, etwa Daumen und Zeigefinger zusammenzudrücken, aktivieren Sie ihn jetzt.
Die Übung kann so oft wiederholt werden wie nötig. Sie ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
Sie möchten Ihre Flugangst angehen? In unserer Praxis für Hypnose München besprechen wir, wie Hypnose Ihre Vorbereitung ergänzen kann. Vereinbaren Sie hier direkt einen Termin. Mehr zum Thema finden Sie unter Hypnose bei Ängsten und Phobien.
Weitere Artikel rund um Hypnose finden Sie in unserem Blog.
FAQ - Häufig gestellte Fragen
Kann Hypnose bei Flugangst helfen?
Hypnose kann eine Behandlung ergänzen und beim Entspannen und Umbewerten von Angst unterstützen. Die am besten untersuchte Behandlung der spezifischen Phobie ist die Expositionstherapie im Rahmen der Verhaltenstherapie. Wie gut Hypnose bei Ihnen wirkt, ist individuell verschieden.
Wie viele Sitzungen braucht man gegen Flugangst?
Das hängt von der Ausprägung der Angst und den Auslösern ab. Wie viele Termine sinnvoll sind, bespricht die Therapeutin individuell mit Ihnen.
Was hilft bei extremer Flugangst?
Bei starker Flugangst sollten Sie psychotherapeutische Hilfe erwägen, zum Beispiel Verhaltenstherapie mit Expositionstherapie, gegebenenfalls auch in virtueller Realität. Hypnose und Selbsthypnose können das begleiten. Über Medikamente sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Ersetzt Hypnose eine Verhaltenstherapie?
Nein. Hypnose kann sie ergänzen, ersetzt sie aber nicht.
Wie andere Klientinnen und Klienten ihre Erfahrungen beschreiben, lesen Sie in den Erfahrungsberichten. Einen ersten Eindruck von der Praxis geben auch die Bewertungen.